Remote Desktop: Nach der Store-App folgt nun auch das Ende der MSI-Version
Nach dem bereits angekündigten Support-Ende der Remote Desktop App aus dem Microsoft Store zum 27. Mai 2025 folgt nun der nächste Schritt: Auch die MSI-Version der Remote Desktop App wird eingestellt – und zwar endgültig zum 27. März 2026. Das bedeutet, dass beide Varianten, also sowohl die Store- als auch die MSI-Installationen, mittelfristig nicht mehr unterstützt werden.
Wer bisher dachte, mit der MSI-Version auf der sicheren Seite zu sein, sollte spätestens jetzt umdenken. Microsoft stellt klar: Die Zukunft gehört der neuen Windows-App – und darauf sollten wir uns als Admins auch vorbereiten.
Die neue Windows-App: Modern, aber noch mit Lücken
Mit der neuen Windows-App setzt Microsoft auf eine moderne, vereinheitlichte Oberfläche für alle Remote-Szenarien – egal ob Azure Virtual Desktop, Windows 365 oder Dev Box. Die App bringt einige Verbesserungen mit:
- Multi-Monitor-Support
- dynamische Auflösungen
- Teams-Optimierung
- ein einheitliches Benutzererlebnis über verschiedene Dienste hinweg
Klingt gut – aber es gibt auch noch einige Einschränkungen.
Aktuell fehlt zum Beispiel:
- die Unterstützung für Proxy-Server mit Authentifizierung
- die Integration ins Startmenü
- SSO über ADFS
- Support für Private Link
- oder auch für spezielle Azure-Umgebungen wie Azure Deutschland oder Azure Gov
Das sind Punkte, die in manchen Umgebungen durchaus entscheidend sein können. Microsoft arbeitet hier zwar an Nachbesserungen – aber der Stand heute ist eben noch nicht komplett rund.
Was heißt das für die Paketierung?
Ein Punkt, der schnell übersehen wird: Mit der neuen App ändert sich auch der Weg der Bereitstellung. Die Anwendung wird ausschließlich als MSIX-Paket angeboten – das ist ein klarer Bruch mit dem klassischen MSI-Modell.
Wer bisher über Gruppenrichtlinien, SCCM oder einfache Batch-Installationen verteilt hat, muss nun auf moderne Deployment-Methoden umstellen – etwa via Intune oder PowerShell mit MSIX-Unterstützung. Auch Anpassungen beim App-Handling (z. B. Reset, Updates, Userdaten) müssen berücksichtigt werden.
Für viele bedeutet das eine Umstellung im gewohnten Deployment-Flow – und je nach Umgebung auch ein gewisser Mehraufwand.
Fazit
Die Entscheidung von Microsoft ist deutlich: Die klassische Remote Desktop App ist Geschichte – zuerst die Store-Version, jetzt auch die MSI-Variante. Wer auf die neue Windows-App umsteigen möchte (oder muss), sollte sich frühzeitig mit den neuen Rahmenbedingungen vertraut machen.
Insbesondere bei der Paketierung und Verteilung der App gibt es einige Änderungen, die man nicht auf den letzten Drücker lösen sollte. Besser jetzt planen als später improvisieren – das gilt hier ganz besonders.